Mit lauter Rockmusik gegen rechts
INNENSTADT. Auf Plakaten sind Parolen wie “Gib Nazis keine Chance!” oder “Hass ist keine Lösung” zu lesen. Jugendliche skandieren lautstark: “Lauft mit gegen Rechts!” Die Demo gegen Rechtsextremismus des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) ist im vollen Gange.

Bereits zum vierten Mal rufen die Parlamentsmitglieder mit ihrem Festival “Get up - Stand up” zur friedlichen Demonstration gegen Neonazi-Gewalt auf. Startpunkt ist das Petrinum. Von hier durchquert die Gruppe die Innenstadt bis zum Zielpunkt, dem Dr.-Helene-Kuhlmann-Park. “Wir müssen Courage zeigen. Damit alle sehen, was in der Welt passiert”, erklärt Elâ Yilmaz und marschiert mit ihren Freunden weiter. Ebenfalls bei der Demo dabei ist Jacqueline Wojcech. Das Mitglied des KiJuPa setzt große Hoffnungen in die Aktion. “Wir wollen vor allem die ganz Jungen erreichen. Damit die nicht auf die schiefe Bahn geraten.”
Allerdings scheint bei vielen die Motivation, bei einer solchen Aktion mitzumachen, abgenommen zu haben. Vor vier Jahren waren rechte Ausschreitungen Anlass für das erste Festival. Damals gingen die Zahlen der Demonstranten in die Tausende. In diesem Jahr schätzt die Polizei, dass zwischen 80 und 100 Jugendliche teilgenommen haben. Über diese Bilanz ist KiJuPa-Mitglied Isabell Günzel enttäuscht. “Es muss immer erst etwas passieren, bevor die Leute gegen rechts demonstrieren.” Solange alles ruhig sei, würden die Menschen die Gefahr verdrängen, so Günzel weiter.
Nach der Demo geht es dann mit einem Rock-Festival im Dr.-Helene-Kuhlmann-Park weiter. Ganz nach der Parole “Mit Frohsinn gegen rechts” treten Bands aus unterschiedlichsten Musikrichtungen bis in den Abend auf - trotz der regelmäßigen kalten Duschen von oben. Mit dabei unter anderem “Rising Fame”, “Inyou” und “Diary”. Sie alle hoffen, mit ihren Auftritten viele Leute zu erreichen und für das Thema zu sensibilisieren.
Musik wird so zum Verbindungsglied zwischen den unterschiedlichsten Menschen und Nationen. Und vielleicht kommen die Organisatoren aus dem Kinder- und Jugendparlament und die Demonstranten dem Motto des Festivals einen Schritt näher: “Let’s live together!”
18.08.2007 | Quelle: Medienhaus Bauer