Archive for the ‘Städte-News’ Category

Elisabeth-Krankenhaus informiert über Diabetes

Samstag, Oktober 6th, 2007

Recklinghausen - Welche Gefahr von Diabetes auf den Fuß ausgeht, ist Thema eines hochrangig besetzten, kostenlosen Symposiums für interessierte Bürger, dass das Elisabeth-Krankenhaus am Mittwoch, 10. Oktober (17 bis 20 Uhr) im Bürgerhaus Süd veranstaltet.

Eine Sockenfalte im Schuh, für Diabetiker mit geschädigten Nerven können kleine Dinge eine große Wirkung haben. Druckstellen, die Diabetiker mit fehlenden Schmerzempfinden im Fuß nicht bemerken, können einen Teufelskreis in Gang setzten, weiß Dr. Thomas Günnewig, Chefarzt der neurologischen und geriatrischen Abteilung am Süder Krankenhaus. „Der Diabetiker mit Nervenschäden merkt die Falte nicht, obwohl er sein Fuß bildhaft gesprochen wie ein rohes Ei behandeln müsste.“ Aus der Druckstelle werde eine schlecht heilende Wunde. „Ein Einfallstor für Infekte“, so Günnewig. Schlimmsten Falls drohen Amputationen. Fast jeder sechste der etwa sieben Millionen Diabetiker in Deutschland leidet unter dem Problem des diabetischen Fußes. Hervorgerufen durch Durchblutungsstörungen und Nervenschäden.
Beim vierten Symposium des Elisabeth-Krankenhauses für alle interessierten Bürger wollen vier Süder Chefärzte Aufklärungsarbeit leisten. „Symposium Diabetes“, Schwerpunkt diabetischer Fuß, des Elisabeth-Krankenhauses am Mittwoch, 10. Oktober, 17 bis 20 Uhr, im Bürgerhaus Süd, Eintritt frei

Wirtz-Druck erhält Innovations-Preis

Freitag, September 21st, 2007

Datteln - Das Unternehmen Wirtz-Druck ist in Frankfurt mit dem Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie in Bronze ausgezeichnet worden. Einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass Wirtz notgedrungen Pläne schmiedet, Datteln zu verlassen.

Die Berichterstattung in der Dattelner Morgenpost über die drohende Abwanderung der erfolgreichen Firma, die expandieren möchte, der Datteln aber kein Grundstück zur Verfügung stellen kann, nahm der Stadtrat am Mittwoch zum Anlass, die bisherige Wirtschafts-Förderungspolitik der Stadt zu kritisieren. Bürgermeister Wolfgang Werner müsse dafür sorgen, dass schnell neue Gewerbegebiete entstehen - so die Forderung des Rats.

Wirtz braucht mehr Platz. 10 000 Quadratmeter. Das Unternehmen will wachsen – und weitere Arbeitsplätze schaffen. Notfalls außerhalb von Datteln.

Bei Wirtz wird jetzt trotzdem der Innovations-Preis gefeiert. Zum ersten Mal hatte sich Wirtz mit einem seiner kreaitiven Mailing-Produkte bei einem Wettbewerb angemeldet – und gleich Bronze geholt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, freuen sich die Wirtz-Geschäftsführer Jürgen und Vinzenz Schmidt und ihre 40 Mitarbeiter.

VV Suderwich bittet zum Protest-Schnatgang

Donnerstag, September 20th, 2007

Recklinghausen - Die Experten konnten die Bedenken nicht zerstreuen: Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VV) Suderwich-Essel lehnt den Bau eines unterirdischen Kanals nebst vier Abluftkaminen in der Brandheide weiter ab.

Ihren Protest formulieren die Mitglieder am Sonntag, 23. September, beim Schnatgang.
Den führt der VV Suderwich alle Jahre wieder gemeinsam mit dem VV Ost durch. Aus aktuellem Anlass wurde die Route geändert. Treffen ist um 10 Uhr an der Anne-Frank-Schule, Henrichenburger Straße 186. Von dort aus geht es rund 4,5 Kilometer durch die Brandheide. Dann will Vorsitzender Horst Huckels zeigen, welche Schäden er durch die Emscher-Renaturierung für das Naherholungsgebiet erwartet. Die Behörden sehen das freilich anders. Wie, wurde jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt erläutert. Die vom VV geforderte Verlegung der Kanaltrasse lehnen die Fachleute ab. Die Brandheide würde auf Dauer sogar vom ökologischen Gewässerumbau profitieren. Weder Gestank noch eine Gefahr durch Keime sei durch die Abluftkamine zu befürchten, weshalb auch die vom VV angeregte Biofilteranlage keinen Sinn mache. Einzig beim befürchteten Baustellenverkehr gingen die Verantwortlichen auf die Kritik ein. Der soll während des Umbaus durch gezielte Absprachen minimiert werden.

Schönheits-Kur für das Rathaus

Montag, September 17th, 2007

Recklinghausen - 2008 wird das Rathaus 100 Jahre alt und zum Geburtstag soll es ein besonderes „Geschenk“ für die Bürger geben: Durch Verschönerungsarbeiten und Überplanungen des Umfeldes sollen Rathaus und Rathausplatz noch erheblich attraktiver werden.


Das Karee zwischen Stadthaus A und C soll familienfreundlicher gestaltet werden. Foto: Nowaczyk

Im kommenden Jahr wird das Rathaus 100 Jahre alt und zum Geburtstag soll es ein besonderes „Geschenk“ für die Bürger geben: Durch Verschönerungsarbeiten und Überplanungen des Umfeldes sollen das Rathaus und der Rathausplatz, der ohnehin schon ein großer Anziehungspunkt in der Stadt ist, noch erheblich attraktiver werden.
Nach Plänen der Mehrheits-Allianz aus CDU, FDP und WIR, die heute im Stadtentwicklungsausschuss im Detail vorgestellt werden, soll die Rathaus-Offensive noch 2007 beginnen, damit sich das Haus pünktlich zum Geburtstag in neuem Glanz zeigt.
„Dass die Bürger den Rathausplatz besonders schätzen, hat man an der Magnetwirkung der verschiedensten Events gemerkt, die hier mit Tausenden von Menschen über die Bühne gingen. Man denke an das Gourmet-Fest ‘Zu Gast‘, die Kart-Rennen, die Public Viewings bei der Fußball-WM und verschiedene Partys und Festivals. Die Atmosphäre hier hat etwas ganz Besonderes. Da lohnt es sich, zu investieren“, sagt Bürgermeister Wolfgang Pantförder. „Viele Nachbarstädte beneiden uns um dieses wunderschöne Rathaus im Herzen der Stadt“, pflichtet auch CDU-Ratsherr Heinz Stöcker bei. Es gilt also, mit einem „Pfund zu wuchern“. In vier Teilschritten sollen das Rathaus und sein Umfeld schöner werden.
Zunächst wird die Westfassade des Hauses „aufgemöbelt“ und der Platz davor einladender gestaltet (unter anderem verschwinden die Auto-Stellplätze). Danach wird der Innenhof des Rathauses für die Bürger geöffnet. Das Schmuckstück dient derzeit in erster Linie als Mülltonnen-Parkplatz. Städtische Empfänge und gastronomische Ereignisse könnten an diesem stimmungsvollen Schauplatz stattfinden.
Ein ganz neues Gesicht soll auch das Karee zwischen Stadthaus A und C bekommen. Die Gestaltung wird besonders familienfreundlich ausfallen und vor dem neuen Familienbüro, das in Kürze öffnet, einige Spielgeräte bieten. Ein ganz neuer Spielplatz wird einen Steinwurf entfernt direkt hinter dem Rathaus am Eingang zum Erlbruchpark entstehen. Er löst die alte, in die hinterste Ecke hinter die Parkplätze verbannte Spielfläche im Erlbruch ab. Ins Zentrum gerückt und mit behindertengerechten Spielgeräten versehen, wird das Areal für Familien in der City eine attraktive Anlaufstelle.
Zu guter letzt erhält der Dr.-Helene-Kuhlmann-Park eine bessere Infrastruktur, besonders im Hinblick auf den Wochenmarkt. Die wassergebundene Decke verschwindet größtenteils und erhält eine Pflasterung, eine flächendeckende Stromversorgung wird gelegt.

Quelle: Recklinghäuser Zeitung 

Erdbeertörtchen und Rockmusik

Dienstag, August 21st, 2007

INNENSTADT. (the) Der Start ist geglückt. Das Konzept der “Schmiedefieber”-Macher geht auf. Beim Sommerfest des Kulturzentrums Altstadtschmiede in der Innenstadt feierten Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren am Wochenende unter einem Dach. -Schon der Auftakt um 14 Uhr war vielversprechend. “The Maniacs”, die Schulband des Hittorf-Gymnasiums, spielte Rockmusik, während sich die Schmiede-Senioren Kaffee und Kuchen schmecken ließen. Eine ungewohnte Mischung, die augenscheinlich funktionierte. Die “Zugabe”-Rufe waren Bestätigung genug. “Wir sind sehr zufrieden. Ab jetzt soll es in jedem Jahr ein solches Sommerfest geben”, resümierte Klaus Iwannek, pädagogischer Mitarbeiter in der Altstadtschmiede.

Von der Rockmusik ging es nahtlos mit der Jugend-Big- Band der Altstadtschmiede weiter. 60 bis 70 Zuhörer lauschten dem jungen Musiker-Ensemble mit Sängerin Maxi Freitag. Auf der Carrera-Bahn lieferten sich die jüngsten Besucher Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Mini-Autos. Im Freien ging es beim Basketball-Turnier ans Körbewerfen.

Jazz, Rock und Folk vom Feinsten spielte die Blockflöten-Formation “Wildes Holz”. Die Kunst der Improvisation stand am Abend mit “Dschungelfieber” auf dem Programm. Das Publikum war aufgefordert, das Geschehen auf der Bühne mitzubestimmen. Heraus kam eine witzige Mischung aus professionellem Theater und Laienspiel. “Das Publikum hatte wahnsinnigen Spaß, keine Spur von der berühmten Peinlichkeit des Mitmachens”, war Iwannek begeistert vom engagiert mitspielenden Publikum.

Bis spät in die Nacht sorgte die Cover-Rockband “Machmallaut” für die richtigen Töne zum Ausklang der Sommerparty.

21.08.2007 | Quelle: Medienhaus Bauer

Mit lauter Rockmusik gegen rechts

Samstag, August 18th, 2007

INNENSTADT. Auf Plakaten sind Parolen wie “Gib Nazis keine Chance!” oder “Hass ist keine Lösung” zu lesen. Jugendliche skandieren lautstark: “Lauft mit gegen Rechts!” Die Demo gegen Rechtsextremismus des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) ist im vollen Gange.

Bereits zum vierten Mal rufen die Parlamentsmitglieder mit ihrem Festival “Get up - Stand up” zur friedlichen Demonstration gegen Neonazi-Gewalt auf. Startpunkt ist das Petrinum. Von hier durchquert die Gruppe die Innenstadt bis zum Zielpunkt, dem Dr.-Helene-Kuhlmann-Park. “Wir müssen Courage zeigen. Damit alle sehen, was in der Welt passiert”, erklärt Elâ Yilmaz und marschiert mit ihren Freunden weiter. Ebenfalls bei der Demo dabei ist Jacqueline Wojcech. Das Mitglied des KiJuPa setzt große Hoffnungen in die Aktion. “Wir wollen vor allem die ganz Jungen erreichen. Damit die nicht auf die schiefe Bahn geraten.”

Allerdings scheint bei vielen die Motivation, bei einer solchen Aktion mitzumachen, abgenommen zu haben. Vor vier Jahren waren rechte Ausschreitungen Anlass für das erste Festival. Damals gingen die Zahlen der Demonstranten in die Tausende. In diesem Jahr schätzt die Polizei, dass zwischen 80 und 100 Jugendliche teilgenommen haben. Über diese Bilanz ist KiJuPa-Mitglied Isabell Günzel enttäuscht. “Es muss immer erst etwas passieren, bevor die Leute gegen rechts demonstrieren.” Solange alles ruhig sei, würden die Menschen die Gefahr verdrängen, so Günzel weiter.

Nach der Demo geht es dann mit einem Rock-Festival im Dr.-Helene-Kuhlmann-Park weiter. Ganz nach der Parole “Mit Frohsinn gegen rechts” treten Bands aus unterschiedlichsten Musikrichtungen bis in den Abend auf - trotz der regelmäßigen kalten Duschen von oben. Mit dabei unter anderem “Rising Fame”, “Inyou” und “Diary”. Sie alle hoffen, mit ihren Auftritten viele Leute zu erreichen und für das Thema zu sensibilisieren.

Musik wird so zum Verbindungsglied zwischen den unterschiedlichsten Menschen und Nationen. Und vielleicht kommen die Organisatoren aus dem Kinder- und Jugendparlament und die Demonstranten dem Motto des Festivals einen Schritt näher: “Let’s live together!”

18.08.2007 | Quelle: Medienhaus Bauer

Immeo kauft GEWO-Anteile von der Ruhrkohle

Freitag, August 17th, 2007

Datteln - Die 6000 Mieter der Gesellschaft für Wohnen bekommen einen neuen Vermieter. Die Ruhrkohle Immobilien hat ihre Anteile (knapp 74 Prozent) an die Immeo Wohnen GmbH Oberhausen verkauft. Für die Mieter ändert sich erst einmal nichts.

Im letzten Jahr wurde die neue GEWO-Zentrale in Hachhausen eingeweiht. Baukosten: 2,2 Mio. Euro.

Das betonte Dr. Hans-Joachim Kay am Freitag im Gespräch mit der Dattelner Morgenpost. Die GEWO besitzt in Datteln 2300 Wohneinheiten mit 6000 Mietern. Es ist die erste Beteiligung der Immeo und ihres Mutterkonzerns, der französischen Groupe Foncière des Régions (GFR), an einem kommunalen Wohnungsbauunternehmen in Deutschland. Die Stadt Datteln hält die restlichen rund 26 Prozent an der GEWO. Die Immeo verstehe sich laut Dr. Kay als Partner der Stadt und der GEWO-Mieter und möchte sich mit seinem finanziellen Engagement in Datteln für künftige Beteiligungen bei anderen kommunalen Gesellschaften empfehlen. “Datteln ist für uns ein Referenzprojekt”, sagt Dr. Kay. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Wer soll das bezahlen?

Mittwoch, August 15th, 2007

ost/suderwich. Das Thema ist einer der Dauerbrenner der Kommunalpolitik in der Stadt. Am Montag beschäftigte sich wieder einmal der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit dem Ausbau von L 889n und August-Schmidt-Ring (RZ berichtete). -

Hintergrund war ein Antrag der Bürgerfraktion vom Mai 2007, die Verwaltung zu beauftragen, die Rahmenbedingungen für den Ausbau auszuloten. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen 20000 Euro zur Vergabe eines Gutachtens wollte die CDU dann aber doch nicht locker machen.

“Ich habe zu Hause mehrere Ordner mit Gutachten zum Verkehr in Ost. Da brauchen wir kein zusätzliches Geld ausgeben”, erklärte zum Beispiel Ratsherr Heinrich Tondorf. Ins gleich Horn stieß Fraktionsvize Heinz-Bernd Einck. “Der Datenbestand, der vorliegt, reicht aus, um daraus die Notwendigkeiten eines Ausbaus ableiten zu können. Die 20000 Euro wären herausgeschmissenes Geld. Erst einmal sollte die Verwaltung ihre Hausaufgaben machen.”

Kritik an der Verwaltung übte auch FDP-Chef Dr. Franz-Josef Bootz. “Wir haben bereits vor zwei Jahren einen Antrag gestellt, mit dem Ziel, den Verkehr im Raum Ost zu optimieren. Gehört habe ich dazu von der Verwaltung bisher nichts. Ich fühle mich langsam aber sicher von den Verantwortlichen als Ratsherr nicht mehr ernst genommen”, wetterte der Liberale.

Fachbereichsleiter Andreas Rapien stellte sich schützend vor seine Mitarbeiter. “Das Sachgebiet ist nur mit eineinhalb Planstellen besetzt und demnächst mit der gesetzlich vorgeschriebenen Erstellung eines Lärmminderungsplanes ausgebucht. Deshalb haben wir vorgeschlagen, ein Gutachten zu vergeben.”

Dezernent Dietmar Schwetlick machte keinen Hehl daraus, dass er die Diskussion eigentlich für überflüssig hält. “Die Verlängerung des August-Schmidt-Rings steht in keinem Investitionsplan. Ich weiß auch nicht, wo das Geld für diese Straße überhaupt herkommen soll.” Dennoch kamen die Parteivertreter überein, das Thema in einer Arbeitsgruppe zu diskutieren, die bereits bei der Aufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes beteiligt war.

Klare Kante zeigte auch Klaus Breuer, Ratsherr der Grünen: “Wir können die Überlegungen zum Ausbau beider Straße sofort beerdigen. Auf jeden Fall würde wertvoller Landschaftsfreiraum zerstört. Das ist mit uns auf gar keinen Fall zu machen.” Auf ein Wort

15.08.2007 | Quelle: Recklinghäuser Zeitung

Doch noch Hoffnung für den Saalbau?

Dienstag, Mai 1st, 2007

Recklinghausen - Oliver Wittke, Minister für Verkehr und Städtebau, gibt der Stadt zumindest ein Fünkchen Hoffnung auf die Rettung des Saalbaus. ”In den kommenden Wochen ist eine Reihe von Gesprächen in Düsseldorf angesetzt”, so der Minister. Bei einem Besuch in der Redaktion der RECKLINGHÄUSER ZEITUNG rief der Minister die Stadt dazu auf, ein plausibles Konzept auf den Tisch zu legen. ”Ich werde mich aber hüten, hier Versprechungen zu machen. Lassen sie uns die Gespräche abwarten”, so Wittke. Bei einem Besuch im vergangenen Jahr hatte der Minister deutlich gemacht, dass durch den Bau eines Zentralmuseums auf jeden Fall die Betriebskosten der bisherigen Standorte unterschritten werden müssten. Berechnungen der Stadt ergeben jedoch, dass die jährlichen Kosten durch einen Neubau sogar um 300 000 Euro wachsen würden. Aus Sicht von Wittke wäre das nicht akzeptabel. ”Wir haben viel zu lange in NRW einfach in Projekte investiert, ohne uns Gedanken über die Folgen zu machen.”

Aus Kreisen der CDU verlautete, dass bis zum Sommer über das Schicksal des Saalbaus entschieden werden soll, der seit Jahren wegen Defiziten bei Brandschutz geschlossen ist und dessen Bausubstanz mächtig gelitten hat. Kommt kein Signal aus Düsseldorf, das realistische Chancen auf eine Unterstützung der Sanierung mit Landesmitteln beinhaltet, bleibt wohl nur der Abriss.

Städtischer Saalbau Recklinghausen Geschichte

Der Saalbau geht auf die Erweiterung im Jahre 1897 der Gastwirtschaft „Kaisergarten“ zurück. Der Saal am Sandweg (heute Dorstener Straße) mit Theaterbühne und Musik-Empore war um 1900 bereits 1000 m² groß. Im ersten Weltkrieg wurde der Saal des Kaisergartens als Lazarett genutzt, während der Ruhrbesetzung von 1923 bis 1925 diente er als Quartier der französischen Truppen.

Nach dem Ende der Besetzung erwarb die Stadt Recklinghausen die Gastwirtschaft mitsamt Saal. Sie richtete im Obergeschoss Konferenzräume ein und erweiterte den Saal. Nach dem Umbau für mehr als 600.000 Mark bot der große Saal Platz für 1.500 Gäste, 300 Sänger und 100 Musiker. Vom 23. bis zum 30. November 1925 wurde der „Städtische Saalbau“ mit einer Musikwoche eröffnet. Im Saalbau fanden neben Konzerten, Tanzveranstaltungen und Karnevalsfeiern auch Versammlungen und Feiern von Parteien, Unternehmen, Gewerkschaften und verschiedenen Vereinen sowie Ratssitzungen statt. 1946 wurde im Saalbau der erste Parteitag des CDU-Verbandes Westfalen/Lippe nach dem zweiten Weltkrieg im Saalbau veranstaltet.

Zum Dank für die illegalen Kohlehilfen der Zeche König Ludwig an die Hamburger Theater im Winter 1946/47 gastierten 150 Schauspieler der drei Hamburger Bühnen unter dem Motto „Kunst gegen Kohle“ im Sommer 1947 im Recklinghäuser Saalbau. Aus der Aktion erwuchsen die Ruhrfestspiele, die fortan jährlich im Saalbau stattfanden. Der Spielort Saalbau wurde jedoch mit wachsender Bedeutung der Ruhrfestspiele zu eng und den technischen Ansprüchen nicht mehr gerecht, so dass bereits seit 1950 der Neubau eines Theaters gefordert wurde. Doch erst 1965 zogen die Ruhrfestspiele ins neu erbaute Ruhrfestspielhaus.

Der Saalbau wurde dann 1966/67 umgestaltet. Wegen der hohen Unterhaltungs- und Renovierungskosten erhielt der Saalbau den geringschätzigen Beinamen „Zahlbau“. Über zehn Jahre lang war der Saalbau Spielstätte der inzwischen eingestellten Kammermusikvereinigung Recklinghausen, die Klassik-Weltstars wie Claudio Arrau, Alfred Brendel, Anne-Sophie Mutter und viele andere für Konzerte verpflichten konnten.

Im April 2000 musste der Saalbau aus Brandschutz-Mängeln geschlossen werden. Seit dem verfällt der leerstehende Saalbau zunehmend zur Ruine und kostet die Stadt jährlich etwa 20.000 € an Unterhaltskosten. Die Stadt Recklinghausen hat für die Sanierung, die bereits 1999 etwa elf Millionen € kosten sollte, kein Geld, ein Abriss des Saalbaus würde die Stadt nur etwa 200.000 € kosten. Um den Abriss zu verhindern bot die Sparkasse Vest Recklinghausen der Stadt zehn Millionen € zum Umbau des Saalbaus zu einem Zentralmuseum an. Die Stadt bemüht sich seither um Fördergelder.

Bildergalerie

Quelle: imRECKLINGHAUSENnet von 01.05.2007