Militär-Hacker knacken Computer des Pentagon

September 4th, 2007

Computerspezialisten des chinesischen Militärs sind offenbar in das EDV-Netzwerk des Pentagon eingedrungen. Sie lösten Computerabstürze im Büro des Verteidigungsministers aus.

Die „Financial Times“ berichtete am Dienstag, die Hacker-Attacke auf das Pentagon sei im Juni verübt und zuvor monatelang vorbereitet worden. Dabei gelang es den Experten aus dem Reich der Mitte offenbar, auch Teile des EDV-Systems im Büro von US-Verteidigungsminister Robert Gates lahmzulegen.

Peking schweigt

Während das Ministerium offiziell über den Ursprung der Cyber-Attacke nichts sagen wollte, versicherten hochrangige Mitarbeiter unter dem Deckmantel der Anonymität: „Die Volksbefreiungsarmee (Chinas) hat ihre Fähigkeit bewiesen, Attacken zu fahren, die unser System außer Kraft setzen.“ Der Vorfall habe in Verteidigungskreisen Sorge ausgelöst, dass China in „entscheidenden Momenten“ die US-Systeme außer Kraft setzen könne. Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums in Peking wollte keinen Kommentar abgeben.

Auf ihrer Chinareise in der vergangenen Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Unterredung mit Regierungschef Wien Jiabao das Thema Internetattacken angesprochen, nachdem deutsche Medien über ein Spionageprogramm der chinesischen Streitkräfte berichtet hatten, das bis in Merkels Bürosysteme vorgedrungen sei.

WIR steuert auf Konfrontationskurs in der Ratsallianz

August 31st, 2007

Recklinghausen  -  Die WIR-Ratsfraktion hält in der Debatte um eine „schleichende Islamisierung“ auch weiter stramm ihren Kurs. Nun droht eine sogar eine Konfrontation mit der Union.

„Wir lassen uns auch von unserem größeren Allianzpartner CDU nicht den Mund verbieten“, reagierte  die Fraktionsvorsitzende Claudia Ludwig auf die Kritik von Ulrich Hempel.
Der CDU-Fraktionsvize und Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Integration hatte die WIR aufgefordert, „Die Brücke“ aus der Diskussion herauszuhalten. WIR-Ratsherr Georg Schliehe hatte in der RECKLINGHÄUSER ZEITUNG gefordert, das städtische Auslandsinstitut solle den Dialog mit den Kulturvereinen in der Stadt abbrechen. Diese hätten mit der Integration ohnehin nichts im Sinn, sondern forcierten nur die Stärkung der bereits vorhandenen Parallelgesellschaften.
„Bevor sich Herr Hempel für einen Dialog mit Gruppen einsetzt, die in Teilen sogar vom Verfassungsschutz beobachtet werden, sollte er sich besser über die von diesen vertretenen Inhalte informieren. Aber offenbar verfährt er lieber nach dem Vogel-Strauß-Prinzip, verschweigt bewusst unangenehme Wahrheiten“, so Claudia Ludwig.
Ausdrücklich widersprach sie der Forderung von Hempel, die Politik solle Fachbereichen keine Vorschriften machen. „Es ist doch Tagesgeschäft im Rathaus, dass die Politik Fachbereichen Aufträge erteilt oder deren Vorlagen zurückweist.“ Heute kommt die Allianz aus CDU, FDP und WIR zu einem turnusgemäßen Treffen zusammen. An Gesprächsstoff wird es nicht mangeln.

 

Quelle: Medienhaus Bauer

Erdbeertörtchen und Rockmusik

August 21st, 2007

INNENSTADT. (the) Der Start ist geglückt. Das Konzept der “Schmiedefieber”-Macher geht auf. Beim Sommerfest des Kulturzentrums Altstadtschmiede in der Innenstadt feierten Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren am Wochenende unter einem Dach. -Schon der Auftakt um 14 Uhr war vielversprechend. “The Maniacs”, die Schulband des Hittorf-Gymnasiums, spielte Rockmusik, während sich die Schmiede-Senioren Kaffee und Kuchen schmecken ließen. Eine ungewohnte Mischung, die augenscheinlich funktionierte. Die “Zugabe”-Rufe waren Bestätigung genug. “Wir sind sehr zufrieden. Ab jetzt soll es in jedem Jahr ein solches Sommerfest geben”, resümierte Klaus Iwannek, pädagogischer Mitarbeiter in der Altstadtschmiede.

Von der Rockmusik ging es nahtlos mit der Jugend-Big- Band der Altstadtschmiede weiter. 60 bis 70 Zuhörer lauschten dem jungen Musiker-Ensemble mit Sängerin Maxi Freitag. Auf der Carrera-Bahn lieferten sich die jüngsten Besucher Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Mini-Autos. Im Freien ging es beim Basketball-Turnier ans Körbewerfen.

Jazz, Rock und Folk vom Feinsten spielte die Blockflöten-Formation “Wildes Holz”. Die Kunst der Improvisation stand am Abend mit “Dschungelfieber” auf dem Programm. Das Publikum war aufgefordert, das Geschehen auf der Bühne mitzubestimmen. Heraus kam eine witzige Mischung aus professionellem Theater und Laienspiel. “Das Publikum hatte wahnsinnigen Spaß, keine Spur von der berühmten Peinlichkeit des Mitmachens”, war Iwannek begeistert vom engagiert mitspielenden Publikum.

Bis spät in die Nacht sorgte die Cover-Rockband “Machmallaut” für die richtigen Töne zum Ausklang der Sommerparty.

21.08.2007 | Quelle: Medienhaus Bauer

Mit lauter Rockmusik gegen rechts

August 18th, 2007

INNENSTADT. Auf Plakaten sind Parolen wie “Gib Nazis keine Chance!” oder “Hass ist keine Lösung” zu lesen. Jugendliche skandieren lautstark: “Lauft mit gegen Rechts!” Die Demo gegen Rechtsextremismus des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) ist im vollen Gange.

Bereits zum vierten Mal rufen die Parlamentsmitglieder mit ihrem Festival “Get up - Stand up” zur friedlichen Demonstration gegen Neonazi-Gewalt auf. Startpunkt ist das Petrinum. Von hier durchquert die Gruppe die Innenstadt bis zum Zielpunkt, dem Dr.-Helene-Kuhlmann-Park. “Wir müssen Courage zeigen. Damit alle sehen, was in der Welt passiert”, erklärt Elâ Yilmaz und marschiert mit ihren Freunden weiter. Ebenfalls bei der Demo dabei ist Jacqueline Wojcech. Das Mitglied des KiJuPa setzt große Hoffnungen in die Aktion. “Wir wollen vor allem die ganz Jungen erreichen. Damit die nicht auf die schiefe Bahn geraten.”

Allerdings scheint bei vielen die Motivation, bei einer solchen Aktion mitzumachen, abgenommen zu haben. Vor vier Jahren waren rechte Ausschreitungen Anlass für das erste Festival. Damals gingen die Zahlen der Demonstranten in die Tausende. In diesem Jahr schätzt die Polizei, dass zwischen 80 und 100 Jugendliche teilgenommen haben. Über diese Bilanz ist KiJuPa-Mitglied Isabell Günzel enttäuscht. “Es muss immer erst etwas passieren, bevor die Leute gegen rechts demonstrieren.” Solange alles ruhig sei, würden die Menschen die Gefahr verdrängen, so Günzel weiter.

Nach der Demo geht es dann mit einem Rock-Festival im Dr.-Helene-Kuhlmann-Park weiter. Ganz nach der Parole “Mit Frohsinn gegen rechts” treten Bands aus unterschiedlichsten Musikrichtungen bis in den Abend auf - trotz der regelmäßigen kalten Duschen von oben. Mit dabei unter anderem “Rising Fame”, “Inyou” und “Diary”. Sie alle hoffen, mit ihren Auftritten viele Leute zu erreichen und für das Thema zu sensibilisieren.

Musik wird so zum Verbindungsglied zwischen den unterschiedlichsten Menschen und Nationen. Und vielleicht kommen die Organisatoren aus dem Kinder- und Jugendparlament und die Demonstranten dem Motto des Festivals einen Schritt näher: “Let’s live together!”

18.08.2007 | Quelle: Medienhaus Bauer

Immeo kauft GEWO-Anteile von der Ruhrkohle

August 17th, 2007

Datteln - Die 6000 Mieter der Gesellschaft für Wohnen bekommen einen neuen Vermieter. Die Ruhrkohle Immobilien hat ihre Anteile (knapp 74 Prozent) an die Immeo Wohnen GmbH Oberhausen verkauft. Für die Mieter ändert sich erst einmal nichts.

Im letzten Jahr wurde die neue GEWO-Zentrale in Hachhausen eingeweiht. Baukosten: 2,2 Mio. Euro.

Das betonte Dr. Hans-Joachim Kay am Freitag im Gespräch mit der Dattelner Morgenpost. Die GEWO besitzt in Datteln 2300 Wohneinheiten mit 6000 Mietern. Es ist die erste Beteiligung der Immeo und ihres Mutterkonzerns, der französischen Groupe Foncière des Régions (GFR), an einem kommunalen Wohnungsbauunternehmen in Deutschland. Die Stadt Datteln hält die restlichen rund 26 Prozent an der GEWO. Die Immeo verstehe sich laut Dr. Kay als Partner der Stadt und der GEWO-Mieter und möchte sich mit seinem finanziellen Engagement in Datteln für künftige Beteiligungen bei anderen kommunalen Gesellschaften empfehlen. “Datteln ist für uns ein Referenzprojekt”, sagt Dr. Kay. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Wer soll das bezahlen?

August 15th, 2007

ost/suderwich. Das Thema ist einer der Dauerbrenner der Kommunalpolitik in der Stadt. Am Montag beschäftigte sich wieder einmal der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit dem Ausbau von L 889n und August-Schmidt-Ring (RZ berichtete). -

Hintergrund war ein Antrag der Bürgerfraktion vom Mai 2007, die Verwaltung zu beauftragen, die Rahmenbedingungen für den Ausbau auszuloten. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen 20000 Euro zur Vergabe eines Gutachtens wollte die CDU dann aber doch nicht locker machen.

“Ich habe zu Hause mehrere Ordner mit Gutachten zum Verkehr in Ost. Da brauchen wir kein zusätzliches Geld ausgeben”, erklärte zum Beispiel Ratsherr Heinrich Tondorf. Ins gleich Horn stieß Fraktionsvize Heinz-Bernd Einck. “Der Datenbestand, der vorliegt, reicht aus, um daraus die Notwendigkeiten eines Ausbaus ableiten zu können. Die 20000 Euro wären herausgeschmissenes Geld. Erst einmal sollte die Verwaltung ihre Hausaufgaben machen.”

Kritik an der Verwaltung übte auch FDP-Chef Dr. Franz-Josef Bootz. “Wir haben bereits vor zwei Jahren einen Antrag gestellt, mit dem Ziel, den Verkehr im Raum Ost zu optimieren. Gehört habe ich dazu von der Verwaltung bisher nichts. Ich fühle mich langsam aber sicher von den Verantwortlichen als Ratsherr nicht mehr ernst genommen”, wetterte der Liberale.

Fachbereichsleiter Andreas Rapien stellte sich schützend vor seine Mitarbeiter. “Das Sachgebiet ist nur mit eineinhalb Planstellen besetzt und demnächst mit der gesetzlich vorgeschriebenen Erstellung eines Lärmminderungsplanes ausgebucht. Deshalb haben wir vorgeschlagen, ein Gutachten zu vergeben.”

Dezernent Dietmar Schwetlick machte keinen Hehl daraus, dass er die Diskussion eigentlich für überflüssig hält. “Die Verlängerung des August-Schmidt-Rings steht in keinem Investitionsplan. Ich weiß auch nicht, wo das Geld für diese Straße überhaupt herkommen soll.” Dennoch kamen die Parteivertreter überein, das Thema in einer Arbeitsgruppe zu diskutieren, die bereits bei der Aufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes beteiligt war.

Klare Kante zeigte auch Klaus Breuer, Ratsherr der Grünen: “Wir können die Überlegungen zum Ausbau beider Straße sofort beerdigen. Auf jeden Fall würde wertvoller Landschaftsfreiraum zerstört. Das ist mit uns auf gar keinen Fall zu machen.” Auf ein Wort

15.08.2007 | Quelle: Recklinghäuser Zeitung

Post darf auf längeres Monopol hoffen

Juni 19th, 2007

Gute Nachrichten für die Post: Der zuständige Ausschuss im Europaparlament will das Ende des Briefmonopols in der EU auf 2011 verschieben. In Deutschland hingegen hält der Streit über die Liberalisierung des Postmarkts an.

Das Ziel der deutschen Ratspräsidentschaft, das Briefmonopol bis 2009 europaweit abzuschaffen, ist gescheitert. Unter anderem Frankreich,

Belgien, Italien, Polen und Ungarn sperrten sich gegen eine vollständige Öffnung des Postmarkts. Am Montagabend stimmte der Verkehrsausschuss im EU-Parlament für einen Kompromiss, der ein Ende des Briefmonopols erst zwei Jahre später – ab Januar 2011 – vorsieht.

Dabei wurde eine Gegenseitigkeitsklausel befürwortet. Länder, die ihre Briefmonopole bereits vorher aufgeben, sollen vor Konkurrenz geschützt werden. Anbieter von Ländern, die ihr Monopol bis Ende 2010 behalten, sollen in bereits geöffneten Märkten nicht zugelassen werden. Noch ist allerdings nichts endgültig entschieden. Das Parlament muss sich mit den Postministern der 27 EU-Staaten auf eine gemeinsame Linie verständigen.

Koalitionsstreit um das Briefmonopol weiter ungelöst

Noch ist auch ungewiss, ob das Briefmonopol der Deutschen Post hierzulande wie geplant zum, 1. Januar 2008 fällt. Die Große Koalition konnte in der Nacht zum Dienstag ihren Streit darüber nicht beilegen. Der Koalitionsausschuss habe sich nicht auf eine Lösung verständigen können, sagte SPD-Chef Kurt Beck am Dienstagmorgen. Die Koalition wolle nun Entscheidungen auf der europäischen Ebene abwarten. Die SPD hatte verlangt, die Exklusiv-Lizenz der Deutschen Post für

Briefe unter 50 Gramm über 2008 hinaus zu verlängern.

Die Aktie der Post hatte Anfang Mai ihr Rekordhoch von knapp 26 Euro erreicht. Danach büßte der Titel etwas ein, hat sich in den letzten Tagen aber wieder leicht erholt. Am Wochenende gab es Spekulationen um umfangreiche Umstrukturierungen bei der Post. Mehrere Unternehmensberater hätten Strategien entwickelt, um dem Aktienkurs auf die Beine zu helfen, hieß es in der Presse. So wird die Ausgliederung des Briefgeschäfts oder auch der Verkauf der Postbank vorgeschlagen.

Negativbewertung gelöscht: eBay verschafft Betrügern Vorteil

Juni 14th, 2007

Hannover (dpa) - Das Internet-Auktionshaus eBay hat bei zwei betrügerischen Verkäufern Dutzende von Negativ-Bewertungen gelöscht. In der Folge seien weitere Käufer auf die Angebote hereinfallen, berichtete die «Hannoversche Allgemeine Zeitung».

eBay-Sprecherin Maike Fuest bestätigte den Bericht. In einem Fall habe sich die erste Einschätzung des eBay-Sicherheitsteams als falsch erwiesen, erklärte Fuest. Bei dem zweiten Anbieter hatte das Unternehmen das Konto erst zwei Wochen nach den ersten Betrugshinweisen gesperrt.

eBay könne nicht auf reinen Verdacht hin tätig werden, sagte Fuest. Für ein Einschreiten müssten konkrete Hinweise vorliegen, die es in diesem Fall nicht gegeben habe. Beide Betrüger-Konten sind inzwischen gelöscht. Wie hoch der bei den Käufern entstandene Schaden ist, war zunächst nicht bekannt.

Im ersten Fall hatte der Händler 890 Artikel im Wert von mehr als 130 000 Euro auf der Auktionsplattform eingestellt, die Ware aber nie geliefert. eBay habe zunächst keine Hinweise gehabt, an der Rechtmäßigkeit der Auktionen zu zweifeln, da der Händler auf Anfrage dem Auktionshaus sogar die Lieferdokumente zukommen ließ, sagte Fuest. Das eBay-Sicherheitsteam hatte angenommen, dass das Benutzerkonto von einem Betrüger missbräuchlich genutzt worden war und entfernte deshalb negative Bewertungen von Käufern.

Quelle: Recklinghäuser Zeitung vom 14.06.2007

Doch noch Hoffnung für den Saalbau?

Mai 1st, 2007

Recklinghausen - Oliver Wittke, Minister für Verkehr und Städtebau, gibt der Stadt zumindest ein Fünkchen Hoffnung auf die Rettung des Saalbaus. ”In den kommenden Wochen ist eine Reihe von Gesprächen in Düsseldorf angesetzt”, so der Minister. Bei einem Besuch in der Redaktion der RECKLINGHÄUSER ZEITUNG rief der Minister die Stadt dazu auf, ein plausibles Konzept auf den Tisch zu legen. ”Ich werde mich aber hüten, hier Versprechungen zu machen. Lassen sie uns die Gespräche abwarten”, so Wittke. Bei einem Besuch im vergangenen Jahr hatte der Minister deutlich gemacht, dass durch den Bau eines Zentralmuseums auf jeden Fall die Betriebskosten der bisherigen Standorte unterschritten werden müssten. Berechnungen der Stadt ergeben jedoch, dass die jährlichen Kosten durch einen Neubau sogar um 300 000 Euro wachsen würden. Aus Sicht von Wittke wäre das nicht akzeptabel. ”Wir haben viel zu lange in NRW einfach in Projekte investiert, ohne uns Gedanken über die Folgen zu machen.”

Aus Kreisen der CDU verlautete, dass bis zum Sommer über das Schicksal des Saalbaus entschieden werden soll, der seit Jahren wegen Defiziten bei Brandschutz geschlossen ist und dessen Bausubstanz mächtig gelitten hat. Kommt kein Signal aus Düsseldorf, das realistische Chancen auf eine Unterstützung der Sanierung mit Landesmitteln beinhaltet, bleibt wohl nur der Abriss.

Städtischer Saalbau Recklinghausen Geschichte

Der Saalbau geht auf die Erweiterung im Jahre 1897 der Gastwirtschaft „Kaisergarten“ zurück. Der Saal am Sandweg (heute Dorstener Straße) mit Theaterbühne und Musik-Empore war um 1900 bereits 1000 m² groß. Im ersten Weltkrieg wurde der Saal des Kaisergartens als Lazarett genutzt, während der Ruhrbesetzung von 1923 bis 1925 diente er als Quartier der französischen Truppen.

Nach dem Ende der Besetzung erwarb die Stadt Recklinghausen die Gastwirtschaft mitsamt Saal. Sie richtete im Obergeschoss Konferenzräume ein und erweiterte den Saal. Nach dem Umbau für mehr als 600.000 Mark bot der große Saal Platz für 1.500 Gäste, 300 Sänger und 100 Musiker. Vom 23. bis zum 30. November 1925 wurde der „Städtische Saalbau“ mit einer Musikwoche eröffnet. Im Saalbau fanden neben Konzerten, Tanzveranstaltungen und Karnevalsfeiern auch Versammlungen und Feiern von Parteien, Unternehmen, Gewerkschaften und verschiedenen Vereinen sowie Ratssitzungen statt. 1946 wurde im Saalbau der erste Parteitag des CDU-Verbandes Westfalen/Lippe nach dem zweiten Weltkrieg im Saalbau veranstaltet.

Zum Dank für die illegalen Kohlehilfen der Zeche König Ludwig an die Hamburger Theater im Winter 1946/47 gastierten 150 Schauspieler der drei Hamburger Bühnen unter dem Motto „Kunst gegen Kohle“ im Sommer 1947 im Recklinghäuser Saalbau. Aus der Aktion erwuchsen die Ruhrfestspiele, die fortan jährlich im Saalbau stattfanden. Der Spielort Saalbau wurde jedoch mit wachsender Bedeutung der Ruhrfestspiele zu eng und den technischen Ansprüchen nicht mehr gerecht, so dass bereits seit 1950 der Neubau eines Theaters gefordert wurde. Doch erst 1965 zogen die Ruhrfestspiele ins neu erbaute Ruhrfestspielhaus.

Der Saalbau wurde dann 1966/67 umgestaltet. Wegen der hohen Unterhaltungs- und Renovierungskosten erhielt der Saalbau den geringschätzigen Beinamen „Zahlbau“. Über zehn Jahre lang war der Saalbau Spielstätte der inzwischen eingestellten Kammermusikvereinigung Recklinghausen, die Klassik-Weltstars wie Claudio Arrau, Alfred Brendel, Anne-Sophie Mutter und viele andere für Konzerte verpflichten konnten.

Im April 2000 musste der Saalbau aus Brandschutz-Mängeln geschlossen werden. Seit dem verfällt der leerstehende Saalbau zunehmend zur Ruine und kostet die Stadt jährlich etwa 20.000 € an Unterhaltskosten. Die Stadt Recklinghausen hat für die Sanierung, die bereits 1999 etwa elf Millionen € kosten sollte, kein Geld, ein Abriss des Saalbaus würde die Stadt nur etwa 200.000 € kosten. Um den Abriss zu verhindern bot die Sparkasse Vest Recklinghausen der Stadt zehn Millionen € zum Umbau des Saalbaus zu einem Zentralmuseum an. Die Stadt bemüht sich seither um Fördergelder.

Bildergalerie

Quelle: imRECKLINGHAUSENnet von 01.05.2007